Über mich

Die Landtagswahl 2018 in Hessen hat Hans-Jürgen Müller ein Mandat für die Grünen eingebracht. Seit Januar 2019 sitzt er im Hessischen Landtag – als einziger Landwirt.

Nach Jahren der praktischen Landwirtschaft starten Sie als Landtagsabgeordneter nochmals durch. Was motiviert Sie dazu?

Hans-Jürgen Müller: Mit dem Landtagsmandat habe ich die Gelegenheit bekommen, die Themen meines Lebens – Landwirtschaft, Tierschutz und Klimaschutz – politisch mitzugestalten. Das ist eine große Chance, die ich gerne nutzen möchte.

Im Landtag sind Sie ja agrarpolitisch auch gleich voll eingestiegen …

Müller: Ich habe zu Beginn die Themen Umwelt und Landwirtschaft für den Koalitionsvertrag mitverhandelt. Die Grünen-Fraktion hat mich zum Sprecher für die Themen Landwirtschaft, Tierschutz und Jagd gewählt. Und vor allem bin ich Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie im Europaausschuss. Auf diesen Gebieten kann ich meine Erfahrungen einbringen und einiges bewegen.

Was verbindet Sie mit dem Thema Landwirtschaft?

Müller: Ich bin auf einem Bauernhof in der Lüneburger Heide aufgewachsen. Nach einer landwirtschaftlichen Lehre habe ich in Witzenhausen Landwirtschaft studiert. 1984 habe ich hier zusammen mit zwei Freunden die Betriebsgemeinschaft Gut Fahrenbach gegründet und den Betrieb auf Bio umgestellt. Auch wenn wir den Betrieb 2017 an eine jüngere Generation übergeben haben, bin ich ihm immer noch verbunden und helfe gerne, wenn ich überhaupt noch die Zeit dazu finde. Diese praktische Arbeit auf dem Hof, die Arbeit in der Natur, mit den Tieren und Maschinen – das alles erdet mich.

Neben all der praktischen Arbeit als Landwirt waren Sie auch immer politisch und ehrenamtlich aktiv …

Müller: Politisches und ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Von 1989 bis 1993 war ich für die Grünen Stadtverordneter in Witzenhausen und danach bis 2001 Mitglied im Magistrat. Im Jahr 2000 bin ich in den Vorstand des Bioland Landesverbandes Hessen gewählt worden und wechselte 2006 in das Präsidium des Bundesverbandes Bioland e. V. in Mainz.

Auch bei der Vereinigung Ökologischer Landbau (VÖL) war ich als Sprecher aktiv. Ursprünglich war es mein Plan, mich nach der Hofübergabe 2017 auf diese Arbeit zu konzentrieren. Doch nach meinem mein Einzug in den Hessischen Landtag habe ich diese Funktion nicht mehr ausgeübt.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Arbeit im Landtag gesteckt?

Müller: Mein größtes Anliegen ist es, den Ökolandbau in Hessen so zu stärken, dass er bis 2025 einen Anteil von 25 Prozent hat. Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen wollen wir jetzt schaffen. Ich möchte mich auf jeden Fall auch noch bei anderen Themen einbringen – wo ich doch jetzt eine solch gute Gelegenheit dazu habe.

Werden Sie auch viel in Ihrem Wahlkreis aktiv sein?

Müller: Mit zwei Grünen-Abgeordneten sind der Werra-Meißner-Kreis und grüne Inhalte jetzt sehr gut im Hessischen Landtag vertreten. Dadurch können wir deutlich mehr bewegen als vorher. Felix Martin hat sein Regionalbüros in Eschwege und ich in Witzenhausen. Mein Schwerpunkt liegt mehr bei den landwirtschaftlichen Themen. Dafür bin ich mehr unterwegs, als mir eigentlich lieb ist. Doch einmal im Monat biete ich freitags in Witzenhausen eine Sprechstunde nach Voranmeldung an, denn der Kontakt zu den Menschen hier in der Region ist mir wichtig.