Hans-Jürgen Müller aus Witzenhausen hat nach einer landwirtschaftlichen Lehre am Fachbereich Landwirtschaft der damaligen Gesamthochschule Kassel in Witzenhausen studiert. Mit Freunden übernahm er 1984 Gut Fahrenbach bei Witzenhausen und stellte den Hof auf ökologische Landwirtschaft um. Er trat bei der Landtagswahl im Wahlkreis Eschwege-Witzenhausen an. Er wird als Sprecher für Landwirtschaft, Tierschutz und Jagd dem Umweltausschuss angehören und die Fraktion auch im Europa-Ausschuss vertreten. Seine erste Rede im Plenum hält der einzige Landwirt im hessischen Landtag über nachhaltige Landwirtschaft.
Die GRÜNEN im Landtag stehen für eine umfassende nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft in Hessen für mehr Umwelt- und Klimaschutz. „Wir wollen den erfolgreichen Ökoaktionsplan fortsetzen und setzen auf Anreize und freiwillige Schritte für alle hessischen Bäuerinnen und Bauern, Ökobetriebe ebenso wie Konventionelle“, erklärt Hans-Jürgen Müller, landwirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, aus Anlass des von den GRÜNEN angemeldeten Setzpunktes im Plenum zu diesem Thema. „Wir wollen eine nachhaltige Landwirtschaft für alle Betriebe. Und wir wollen den Anteil der Ökobetriebe noch weiter steigern: Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, dass 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche im Jahr 2025 ökologisch bewirtschaftet werden sollen. Wir wollen, dass Hessen Ökomodellregion Deutschlands wird.“
„Der Ökolandbau verzichtet auf synthetisch hergestellte Dünger und Pflanzenschutzmittel und leistet damit einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz“, so Müller weiter. „Das Thünen-Institut des Bundes hat in einer wissenschaftlichen Metastudie festgestellt, dass der Ökolandbau in den Bereichen Wasserschutz, Klimaschutz und Stickstoff- und Energieeffizienz deutlich vor der konventionellen Landwirtschaft liegt. Aber wir haben in unserer Koalitionsvereinbarung auch Umweltförderungen für Betriebe vorgesehen, die den Schritt zum Ökolandbau nicht gehen wollen. Dazu gehört zum Beispiel das Programm ‚Vielfältige Fruchtfolge‘, das Flora und Fauna mehr Entwicklungsmöglichkeiten und bessere Überlebenschancen gibt. Der vorgeschriebene Anbau von Eiweißpflanzen spart große Mengen an Stickstoffdünger und vermindert die Importe von Soja aus Übersee.“
„Als Ökobauer mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung habe ich vollstes Verständnis dafür, dass nicht jeder Betriebsleiter den Schritt der Umstellung auf Öko-Landwirtschaft gehen will oder kann. Aber ich erlebe auch, dass die Bäuerinnen und Bauern in Hessen insgesamt eine große Bereitschaft mitbringen, sich den Herausforderungen von Umwelt- und Klimaschutz zu stellen. Es ist Landwirtschaftsministerin Priska Hinz und uns als Koalition gelungen, Gräben zuzuschütten zwischen konventionellen Landwirten und Ökos. Landwirte arbeiten gut zusammen und tauschen Erfahrungen aus, ob sie nun konventionell oder ökologisch wirtschaften. Es gibt keinen Platz für ideologische Grabenkämpfe in der Landwirtschaft.“



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