Kostenlose und unabhängige LLH-Beratung sichern
Die Zukunft der landwirtschaftlichen und gartenbauliche Beratung in Hessen steht auf der Kippe – mit direkten Auswirkungen auch für die Bäuerinnen und Bauern in Hessen. Dazu erklärt der agrarpolitische Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Müller aus Witzenhausen:
„Die Beratung durch den Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsfähigen Landwirtschaft, gerade auch für die vielen bäuerlichen Betriebe in Hessen. Die Beratung des LLH ist in ganz Hessen präsent und seine Arbeit vor Ort ist für viele Betriebe eine zentrale Unterstützung im Alltag.
Die Beratung ist weitestgehend kostenlos, unabhängig und qualitativ hochwertig. „Genau das brauchen unsere Betriebe in Zeiten wachsender Herausforderungen durch Klimakrise, Marktveränderungen, Digitalisierung sowie steigende Anforderungen im Umwelt- und Tierschutz“, erklärt Müller weiter.
Umso alarmierender sei es, dass die Landesregierung wichtige Leitungsstellen im Bereich Gesamtleitung und Beratung unbesetzt lässt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen nicht wie es weitergeht.
„Ein Betrieb ohne stabile Leitung kann nicht planen und sich weiterentwickeln. Wir haben als GRÜNE deshalb mehrere Kleine Anfragen im Hessischen Landtag gestellt, um Klarheit über die Zukunft des LLH und des Beratungssystems zu bekommen“, berichtet Müller. Die Antworten zeigten jedoch vor allem eines: Es fehlt weiterhin an einer klaren Strategie der Landesregierung. Auf zentrale Fragen nach Besetzung der seit 2 ½ Jahren unbesetzten Stelle des Direktors und anderer Leitungsstellen, nach möglichen Strukturreformen und zur Zukunft der Beratung bleibe sie vage und verweise lediglich darauf, dass noch nichts entschieden sei. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass das bewährte Beratungsangebot des LLH schleichend kaputtgespart werden soll. Diese Hängepartie ist nicht akzeptabel. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit“, betont Müller, der selbst 35 Jahre lang als Landwirt tätig war.
„Der Minister muss sich endlich um das Kerngeschäft kümmern. Die landwirtschaftliche Beratung ist kein Nebenthema, sondern zentral für die zukunftsfähige Entwicklung der Betriebe. Gerade vor dem Hintergrund komplexer agrarpolitischer Anforderungen ist eine unabhängige und neutrale staatliche Beratung ein entscheidender Standortfaktor für die hessische Landwirtschaft und für den ländlichen Raum insgesamt“, gibt Müller abschließend zu bedenken.
Hintergrund:
Mit mehreren Kleinen Anfragen (u. a. Drucksachen 21/3647, 21/2342 und 21/2479) hat die GRÜNE Landtagsfraktion die Landesregierung zur Zukunft des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) und der landwirtschaftlichen und gartenbauliche Beratung befragt. Eine klare Perspektive für die Sicherung des Angebots liegt bislang nicht vor.
Auch interessant: Diesen Antrag hat die Grüne Landtagsfraktion eingebracht. Er wird am 12.05. im Landwirtschafts- und Umweltausschuss – im öffentlichen Teil – diskutiert.




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