Aus Sicht von Hans-Jürgen Müller, Sprecher für Landwirtschaft, Tierschutz und Jagd der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag, ist es ein großer Erfolg für den Arten- und den Klimaschutz, dass hessenweit weitere zwei Prozent der Staatswaldfläche aus der Bewirtschaftung genommen werden. „Für uns im Werra-Meißner-Kreis werden 1000 Hektar zusätzlich für die freie Entfaltung der Natur vorgesehen. Damit kommen wir auf insgesamt knapp 1100 Hektar Naturwald. Die stillgelegten Flächen weisen einen hohen Artenreichtum auf. Hier wachsen Eiben, Wildobst und Orchideen sowie seltene Buchwaldgesellschaften. So schützen wir langfristig die Artenvielfalt“, erklärt Hans-Jürgen Müller. „Wir haben unser im Koalitionsvertrag vereinbartes Ziel, zehn Prozent der landeseigenen Waldflächen aus der Bewirtschaftung zu nehmen, erreicht. Damit ist auch eine wesentliche Anforderung der Zertifizierung des Staatswaldes nach den ökologischen und sozialen Kriterien des FSC-Siegels erfüllt.“
Naturwälder bleiben dauerhaft ihrer natürlichen Entwicklung überlassen; auf den Flächen findet keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr statt. „Naturwälder zeichnen sich durch eine große Artenvielfalt aus, die auch Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit eines Ökosystems an die sich verändernden Klimabedingungen ist. Verglichen zu Forstwäldern sind Naturwälder resistenter gegen solche Hitze- und Dürrewellen, wie wir sie im vergangenen Jahr erlebt haben“, erläutert Müller. „In Nordhessen konnte die Fläche des Naturwald Plesse und Konstein bei Wanfried und das Naturschutzgebiet Grabung bei Weißenborn erweitert werden. Die Wälder enthalten naturschutzfachlich wertvolle Gebiete mit hohen Buchen- und Edellaubbaumanteilen und Orchideen. Hier finden zum Teil sehr selten und stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten ungestörte Lebensräume, die es zu erhalten gilt.“




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