Ökolandbau braucht starke Forschung und Lehre

PRESSEMITTEILUNG

21.10.2026

Ökolandbau braucht starke Forschung und Lehre

Studienstandort Witzenhausen darf nicht kaputtgespart werden

Anlässlich der heutigen Demonstration gegen drohende Kürzungen am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel warnt der Witzenhäuser Landtagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion, Hans-Jürgen Müller, vor den Folgen der hessischen Hochschulpolitik. Zur Diskussion stehen unter anderem Professuren in den Bereichen Pflanzenzüchtung, Soziologie und Grünlandwissenschaft.

„CDU und SPD sparen an der falschen Stelle. Hochschulen sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes. Gerade in Witzenhausen drohen durch die Finanzierungspolitik der schwarz-roten Landesregierung wissenschaftliche Kompetenzen verloren zu gehen, die wir für eine zukunftsfähige Landwirtschaft dringend brauchen“, erklärt Müller.

Die Bedeutung der betroffenen Fachgebiete sei kaum zu überschätzen. Sie leisten jeweils eigenständige Beiträge zur Bewältigung zentraler Herausforderungen der Landwirtschaft: Die Pflanzenzüchtung ist entscheidend für die Entwicklung klimaangepasster und widerstandsfähiger Sorten. Die Grünlandwissenschaft liefert wichtige Erkenntnisse zum Erhalt artenreicher Wiesen und Weiden, zur nachhaltigen Futtererzeugung und zum Klimaschutz. Die Agrarsoziologie untersucht die sozialen Bedingungen, unter denen die sozial-ökologische Transformation gelingen kann. 

„Der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften genießt mit seiner konsequenten Ausrichtung auf den Ökolandbau überregionale und internationale Anerkennung. Wer hier einzelne Disziplinen herausbricht, gefährdet den ganzheitlichen Ansatz, der diesen Studienstandort so wertvoll macht“, betont Müller.

Für Müller hat Witzenhausen aber auch persönlich eine besondere Bedeutung. Er studierte hier selbst Landwirtschaft und gründete später gemeinsam mit ehemaligen Kommilitonen einen ökologisch wirtschaftenden Betrieb.  „Witzenhausen hat mich und viele andere geprägt, die den ökologischen Landbau in Deutschland vorangebracht haben. Dieses über Jahrzehnte gewachsene Wissen und die enge Verbindung zwischen Forschung und landwirtschaftlicher Praxis dürfen wir nicht aufs Spiel setzen.“

Hintergrund des Spardrucks ist der Hessische Hochschulpakt 2026–2031. Nach Berechnungen der Universität Kassel droht ohne Gegenmaßnahmen ein strukturelles Defizit von rund 14 Millionen Euro jährlich. Um die Finanzierungslücke zu schließen, sieht sich die Hochschule gezwungen, unter anderem Professuren abzubauen.

„Ich unterstütze die Studierenden in ihrem Protest. Die Landesregierung muss die Hochschulen so ausstatten, dass sie ihre Aufgaben in Forschung und Lehre erfüllen können. Wir können nicht einerseits eine nachhaltige Landwirtschaft fordern und andererseits die Forschung streichen, die dafür die Grundlagen schafft“, stellt Müller abschließend klar.

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