Dr. Ophelia Nick, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft diskutierte gestern auf Gut Fahrenbach mit Ines Wollschak, Leiterin der Markthalle Werra-Meißner, Jana Fuhrmann-Heise, Geschäftsführerin von biond und Prof. Dr. Katrin Zander der Universität Kassel wie die Ernährungswende vor Ort umgesetzt werden kann.
70 Menschen waren der Einladung von Hans-Jürgen Müller, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im hessischen Landtag zur Podiumsdiskussion gefolgt und brachten ihre Expertise, ihre Erfahrungen und Perspektiven, aus den verschiedenen lokalen Kontexten, angeregt in die Diskussion ein. Moderiert wurde die Veranstaltung von Gardis von Gersdorff, der Bürgermeisterkandidatin in Witzenhausen.
Fokus der Diskussion war die Umstellung der Außer-Haus Verpflegung auf eine regionale und ökologische Ernährung. Diese wurde von allen Menschen auf dem Podium als wichtiger Hebel für die Ernährungswende betrachtet, da inzwischen 16 Millionen Menschen außerhäusig essen.
Ines Wollschak, Leiterin der Markthalle Werra-Meißner berichtete von einer anfänglich sehr starker Resonanz auf die Bündelung von regionalen Produkten für Großküchen. „Die Umsetzung gestaltet sich jedoch als nicht so einfach. Wichtig wäre, dass in den Ausschreibungen für Gemeinschaftsverpflegung auf kommunaler Ebene mehr Wert auf Regionalität gelegt wird.“
Ein viel diskutiertes Thema war Bildungsarbeit zum Thema gesunde und nachhaltige Ernährung. Jana Fuhrmann-Heise, Geschäftsführerin von biond bietet Bildungsangebote für Kinder an. „Dadurch, dass immer weniger zuhause gekocht wird, haben viele Kinder erstaunlich wenig Bezug zu gesunden Lebensmitteln. Daher sehe ich in der Bildungsarbeit mit Kindern einen entscheidenden Ansatzpunkt für eine gelingende Ernährungswende.“
Dr. Ophelia Nick, Mitglied des Bundestages und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), berichtete von der Ernährungsstrategie der Bundesregierung, die derzeit erarbeitet wird und vom Kabinett verabschiedet werden muss. „Für die Beratung von Großküchen, die auf regional-biologische Verpflegung umstellen wollen, stehen bereits jetzt bis zu 35.000 Euro Fördergelder zu Verfügung.“ Informationen dazu sind unter RIBE auf der BMEL-Website zu finden.
Prof. Katrin Zander, Fachgebietsleiterin für Agrarmarktlehre ergänzte: „wir müssen dafür sorgen, dass Menschen der Mehrwert von Bio klar wird und es geht darum regionale Strukturen wie die Markthalle Werra-Meißner zu fördern.“
Im Anschluss bot Hans-Jürgen Müller noch eine ebenfalls gut besuchte Hofführung auf seiner langjährige Wirkstätte Gut Fahrenbach an.








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