Hans-Jürgen Müller, Sprecher für Landwirtschaft der GRÜNEN Landtagsfraktion, zu den Auswirkungen der hohen Energiepreise auf Landwirtschaft und Lebensmittelpreise:
„Die aktuelle Energiekrise macht unsere Abhängigkeit von synthetischen Düngern zum Problem: Die Betriebskosten in der konventionellen Landwirtschaft explodieren, denn die Düngemittelproduktion basiert auf fossilen Brennstoffen. Die Verbraucher*innen müssen sich weiter auf steigende Lebensmittelpreise einstellen. Neben dem Krieg in Nahost ist auch die zentrale Rolle Russlands im globalen Düngemittelhandel besorgniserregend. Die Einnahmen aus Dünge-Exporten füllen die russischen Kriegskassen – auch mit Geld aus Deutschland. Wir müssen die Landwirtschaft daher aus der fossilen Sackgasse und der hohen Importabhängigkeit holen. Der Ökolandbau kann dazu entscheidend beitragen. Er setzt auf Kreislaufwirtschaft statt auf klimaschädliche, fossile Dünge-Importe, und ist dadurch weniger anfällig für externen Schocks. Die hessische Landesregierung hat die Unterstützung des Ökolandbaus in den vergangenen zwei Jahren deutlich zurückgefahren: Es gibt keine Ausbauziele und keinen Öko-Aktionsplan mehr, die Ökomodellregionen wurden Ende 2025 begraben. Spätestens jetzt muss Schwarz-Rot umdenken – nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch, um Landwirt*innen und Verbraucher*innen vor geopolitischen Risiken zu schützen.“




Verwandte Artikel
Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft wirksam senken
Hans-Jürgen Müller, Sprecher für Landwirtschaft der GRÜNEN Landtagsfraktion, zur aktuellen Berichterstattung über Belastungen hessischer Gewässer: „Die aktuelle Berichterstattung über die massive Ausbreitung der Wasserpest in hessischen Hafenbecken und der Bericht…
Weiterlesen »
Landwirtschaftlicher Bodenmarkt in Hessen
Was bleibt vom Gesetzentwurf zum Schutz der bäuerlichen Landwirtschaft? Wie weiter? Liebe Interessierte, mit der zweiten Lesung im Hessischen Landtag ist unsere Gesetzesinitiative zum Schutz der bäuerlichen Landwirtschaft zunächst abgeschlossen….
Weiterlesen »
Gemeinwohl muss sich auch in der Bilanz lohnen
Regionalwert-Ansatz liefert neue Impulse für eine leistungsorientierte Agrarförderung Trotz hochsommerlicher Temperaturen von rund 34 Grad diskutierten am vergangenen Donnerstag mehr als 30 Interessierte im Witzenhäuser Rathaussaal über die Frage, wie…
Weiterlesen »